Einige Kurzkritiken

Rücksichtslos an der Netzkultur ist doch, dass sie dazu anregt, alle Aktivitäten zu dokumentieren und mit anderen zu teilen, dabei aber völlig vergessen lässt, dass noch immer die meisten Anstalten, die man so macht, „im Verborgenen“ stattfinden, ohne den Rest der Welt daran partizipieren zu lassen. Zumindest gilt das für mich. In dem kessen Slogan „Pics or it didn’t happen“ steckt viel Wahrheit und viel Druck – wann habe ich das letzte Instagram-Bild hochgeladen? Und wann habe ich den letzten Text für Sofrischsogut verfasst? Das ist wahrscheinlich viel zu lange her. Aber wie gesagt, selbst alle Plattformen zusammen, auf denen man Gedachtes und Erlebtes verkündet, bilden gerade mal einen kleinen Bruchteil dessen ab, was gedacht und erlebt wird. Ich war in den letzten Monaten nicht nur mit der Universität und der Lehre beschäftigt, sondern auch viel mit meinem aktuellen Buch unterwegs, aber ebenso bereits für ein anstehendes sowie für eine Reihe anderer „Projekte“, wie man zu sagen pflegt.

Jedenfalls habe ich dabei immer auch nach links und rechts geschaut, war spazieren, habe Ausstellungen besucht, Fotos gemacht. Manches davon habe ich in eine Instagram Story gepackt, dann aber meistens ohne Kommentar oder gar Wertung. Ich bin da ganz, ganz alte Schule: Sosehr ich weiß, dass die Kommunikation in den Sozialen Medien an der Mündlichkeit und ihrer Situativität orientiert ist, bleibe ich doch immer im Bewusstsein über die Schriftlichkeit und potentielle Werkhaftigkeit dessen, was ich teile. Das führt dann oft dazu, dass ich für einen Tweet eine halbe Stunden brauche, um am Ende etwas völlig Belangloses, Pseudospontanes fabriziert zu haben, für das ich mich schäme. Deshalb poste ich so selten und auf Instagram meistens ohne Kommentar, es ist einfach nicht befriedigend.

Nun möchte ich aber doch noch einige meiner Beobachtungen aufgreifen, vor allem das, was mir noch länger im Gedächtnis blieb und mich aus verschiedenen Gründen zu einer Kritik anregte. 

amor fati

Neulich bin ich in der Düsseldorfer Sammlung Philara auf eine wirklich interessante Arbeit gestoßen. Hedda Schattanik, die gerade ihren Abschluss an der Düsseldorfer Akademie gemacht hat, und Roman Szczesny (ganz genau, der Sohn von Stefan Szczesny, ehemaliger Neuer Wilder, heute zumeist braungebrannt in St. Tropez zugange), der noch studiert, haben im Ausstellungshaus der Sammlung eine durchaus beachtliche kleine Show installiert. Laut Begleittext geht es ihrer gemeinsamen Arbeit um „das Verhältnis von natürlicher zu symbolischer Ordnung sowie Darstellung und Analyse existentieller Probleme, die sich aus Fragen zur menschlichen Identität ergeben.“ Und dann wird dieses ohnehin sehr schwere Thema zudem unter dem von Friedrich Nietzsche entliehenen Titel „amor fati“ verhandelt. Aber! Ob die Videoarbeiten das Thema gründlich genug erfassen oder eigene Thesen wagen, sei einmal dahin gestellt, denn was man zu sehen bekam, ist eine Schau! 

Im ersten Video mit dem Titel „Versailles. Das zeitgenössische Gehirn“ sieht man eine Figur in einem schwarzen Raum am Tisch sitzen, ihre Hände umspielen ein perfekt ausgeleuchtetes Früchte- oder Blumenstillleben, das an die Prunkstillleben aus dem 17. und 18. Jahrhundert erinnert. Sie erzählt die Geschichte der Versailler Räume und erklärt ihre Funktionen. „Jupiter“ war der Salon des Krieges, „Herkules“ war die königliche Kapelle und sollte einschüchternd auf Besucher wirken, „Merkur“ war das Schlafzimmer und so weiter. Das alles referiert sie mit einer gewissen Entrücktheit, vielleicht ist es aber auch Abgeklärtheit oder sogar Langeweile. So als müsse sie sich überwinden, das Wissen über Versailles mit uns zu teilen. (So wie ich mich für einen Tweet überwinden muss?!) Vielleicht handelt es sich aber auch um einen sehr menschenähnlichen Sprachroboter, der leicht abgehackt den Wikipedia-Eintrag vorliest? Überhaupt ist die Figur komisch: Spricht da ein Mann oder eine Frau? Weder Gesicht noch Körper geben darauf einen Hinweis, es scheinen mehrere Personen (die Künstler?) ineinander gemorpht zu sein.

Dann werden Blumen arrangiert, seziert, die Hand wird zu einer Faust geballt, bis die spitzen Fingernägel den Handballen bluten lassen. Das frische Blut tropft auf das Blumenstillleben, und ich komme nicht umhin, an verschiedene feministische Arbeiten zu denken, die mithilfe von Blumen und Menstruationsblut über die weibliche Sexualität nachdenken.

Hedda Schattanik & Roman Szczesny_Video: Videostill aus „Elisa H. liest Nietzsche“ von 2019.

Wie die Figur zwischen den Geschlechtern verortet ist, changieren die Motive zwischen den Zeiten: Das 17.,18., 19. Jahrhundert wird in die Gegenwart gerückt und die Gegenwart ins 17., 18., 19. Jahrhundert. Sie verdeutlichen damit ein Gefühl, das derzeit sehr repräsentativ ist: Das Gefühl, man befinde sich (künstlerisch, aber auch politisch) in der Klemme, kommt nicht so recht vorwärts oder rückwärts. Man ist den gegenwärtigen, noch immer der Postmoderne verpflichteten künstlerischen Ausdrucksformen irgendwie überdrüssig und sehnt sich wieder nach reiner Schönheit und Ernsthaftigkeit. Wie aber soll sie erreicht werden – ohne dass man dabei rückwärtsgewandt erscheint und in ein falsches Licht gerät? Die Arbeiten geben darauf keine Antworten, sie versetzen nur in diese fiese Gegenwartsklemme, eingespannt zwischen postmoderner Abgeklärtheit und modernem Pathos. Aber auch eine Mischung, manchmal „Metamoderne“ genannt, funktioniert nicht, das spürt man. Deshalb ist es eine geniale Arbeit über die gegenwärtige und als Dilemma beschriebene Situation der Kunst. 

Beauty

Ende des Monats erscheint mein Essay „Schön ohne Schein“ in einem Buch, das sieben andere Autor*innen und ich gemacht haben („Kein schöner Land“ bei C.H.Beck). Darin geht es um ebenjene Sehnsucht nach schöner Kunst und die Frage, was überhaupt ‚schön‘ sein kann. Wie kann man innerhalb der Bildenden Kunst etwas Schönes machen – ohne dabei oberflächlich oder ironisch zu sein? Jedenfalls sehe ich das Thema, seit ich letztes Jahr anfing darüber zu schreiben, neuerdings überall. Nicht nur in der Sammlung Philara, auch in der neuen Ausstellung von Stefan Sagmeister und Jessica Walsh im Museum für angewandte Kunst in Frankfurt geht es um die (gewünschte) Wiederkehr der Schönheit.

Schönheit, so die Ausgangsthese, war im letzten Jahrhundert überwiegend negativ besetzt, das soll aber nun mit der Ausstellung „Beauty“ ein Ende finden: „Wir möchten einen längst überfälligen Diskurs um Schönheit anstoßen“, heißt es im Wandtext. Tatsächlich machen sie interessante Orte ausfindig, an denen Schönheit heute anzutreffen ist: Besonders gut fand ich die Referenz zu Slime- und ASMR-Videos, die Schönheit mithilfe einer ins Extrem gesteigerten Sinnlichkeit erzeugen – sei es eine visuelle oder akustische –, auf die man tatsächlich sehr körperlich reagiert.

So bedeutend die Ausgangsthese auch sein mag und so viele gute und wichtige Beobachtungen gemacht werden (etwa, dass Schönheit lange mit „Gutheit“ gleichgesetzt wurde) – die lustig-leicht inszenierten Slogans rund ums Thema sind dann doch ein wenig zu platt. Und auch wenn Sagmeister und Walsh mit ihrer wirklich unterhaltsamen, partizipativen und auch stilvollen Art der Präsentation einen Schönheitsbegriff zu entwickeln versuchen, der nicht rückwärtsgewandt oder konservativ ist, bleiben sie ihm – nimmt man den verspielt-ironischen Unterton weg – doch verhaftet. So wird die Ausstellung an manchen Stellen sogar populistisch. Die Kehrseite eines reanimierten Schönheitsbegriffs ist nämlich seine Verwendung durch die (Neuen) Rechten, die immer schon moderne und zeitgenössische Kunst und Design als ‚hässlich‘ empfunden haben.

Bilder aus der Ausstellung „Beauty“ von Stefan Sagmeister & Jessica Walsh.

Bauhaus-Museum

Am Bauhaus in Weimar suchte man bereits um 1920 nach einem passenden Schönheitsbegriff, in dem sich auch Modernismus und Zukünftigkeit ausdrücken sollte. Am 5. April dieses Jahres, zum 100. Gründungsjubiläum, wurde in Weimar das Bauhaus-Museum eröffnet. Die Medienlandschaft zeigte sich „enttäuscht“, kritisierte die viel zu abstrakte Architektur, deren Transparenz-Versprechen weder im Äußeren noch im Inneren eingelöst werde, die fehlende Reflexion über Kolonialismus, wo es doch Kunstwerke zu sehen gibt, die an afrikanische Masken erinnerten, oder auch die Präsentation von Arbeiten der „Bauhaus-Frauen“, die viel zu selbstverständlich gezeigt würden – wo sie doch eine historische Besonderheit darstellen. Außerdem werde zu wenig deutlich gemacht, dass das Bauhaus Einfluss auf alle Bereiche des Lebens nehmen wollte, und überhaupt könne man doch nicht einen Paul Klee zwischen nebensächliche Arbeiten von Studierenden montieren (strebte man doch in der Moderne das bedeutende Einzelwerk, das ‚opus magnum‘ an). 

Georg Muche: Auf dem Tisch, 1923.

Die Kritik wiederholt sich in besonderer Schärfe im Gästebuch des Museums, hier muss man wirklich von einem anlogen Shitstorm reden. Ich kann deshalb auch nicht leugnen, Haus und Ausstellung mit einem gewissen Mitgefühl betreten zu haben, kann aber durchaus mit gutem Gewissen eine Empfehlung aussprechen – gerade wegen der egalitären Hängung von bedeutenden und weniger bedeutenden Vertretern und Vertreterinnen verschiedenster Disziplinen. Hier wird die Suche nach einer neuen Ästhetik, ja nach einer neuen bildnerischen Sprache deutlich, die sich aber natürlich nicht gänzlich vom Zeitgeist zu lösen vermochte. Interessant sind zum Beispiel die Entwürfe für den Wettbewerb um das Logo des Staatlichen Bauhauses: Es gewann ein Männlein mit Hakenkreuz.

Exponat im Bauhaus-Museum in Weimar.

Die Ausstellung schließt, das ist naheliegend, mit der Frage, was vom Bauhaus geblieben ist. Die Antwort wird erfreulicherweise nicht im Gegenwartsdesign gesucht, sondern in der Selbsthistorisierung (und -mythisierung) der Protagonisten des Bauhauses. Zu sehen ist etwa eine Sammlung, das sogenannte „Bauhaus-Archiv“, das Walter Gropius 1925 zusammenstellte, als das Bauhaus wegen der Machtergreifung der Nationalsozialisten schließen musste. Hier zeigt sich deutlich, wie das Bauhaus gesehen werden sollte – und auch tatsächlich noch heute gesehen wird: als Schule, Handwerk und auch als ein künstlerisches Genre. 

Computer Grrrls

Keinen oder nur wenig Einfluss hatten die „Computer Grrrls“ auf ihre eigene Darstellung im Zusammenhang mit Computern und Technologie. Eine gleichnamige und sehr gute Ausstellung im La Gaîté Lyrique in Paris (zuvor lief sie im HMKV (Hartware MedienKunstVerein), Dortmund)

Jennifer Chan: *A total Jizzfest*, 2012

dokumentierte das Verhältnis von Geschlecht und Technologie (insbesondere Frauen und Computer) vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Eröffnet wurde die Präsentation konsequenterweise mit einem ausführlichen historischen Abriss anhand von einzelnen Beobachtungen und Beispielen. Etwa dass das Wort „Computer“, bevor es eine Maschine benannte, einen Beruf bezeichnete, der am Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem von Frauen ausgeübt wurde. Rechnen galt als eine

weibliche Tätigkeit. Deshalb steht im Mittelpunkt vieler im Anschluss an den Geschichtsexkurs gezeigten Arbeiten die Frage, wie und warum sich die Informatik überhaupt zu einem so stark männlich dominierten Bereich entwickeln konnte.

Zwei Lieblingsarbeiten seien kurz erwähnt. Die Videoinstallation „*A total Jizzfest*“ der kanadischen Medienkünstlerin Jennifer Chan setzt sich ironisch-kritisch mit der männlichen weißen Nerd-Kultur auseinander. Auf einem Turm von Pizzaschachteln, die an das schlechte Image der Computernerds erinnern, steht ein weißer Laptop, auf dem in einer Diashow Bilder von erfolgreichen (und deshalb auch beliebten/begehrenswerten) Computer- bzw. Informationstechnologie-Ikonen präsentiert werden. Chan illustriert damit das Motiv der „Rache der Nerds“, die zwar erst als Außenseiter stigmatisiert werden, schließlich aber als Insider die Gesellschaft prägen oder sogar verantworten. 

Wirklich herausragend war auch die Videoarbeit „Soft Nails“ von Nadja Buttendorf, zum Glück kann man sich das Video noch auf YouTube anschauen:

Sie setzt sich auf subtil-humorvolle Weise mit der Geschichte der Rolle der Frauen innerhalb der Computerindustrie auseinander – und dies zwar kritisch, aber keinesfalls nachtragend. In dem Video flüstert eine Frau eine Anleitung oder Einführung in den DDR-Kleincomputer Robotron KC 87, der 1987 eingeführt wurde. Sie flüstert aber nicht einfach so, sie flüstert wie in einem ASMR-YouTube-Video. Eine kurze Erläuterung: ASMR bedeutet „Autonomous Sensory Meridian Response“: ein bisher ungeklärtes sensorisches Phänomen, bei dem Menschen als Reaktion auf spezifische akustische und/oder visuelle Reize ein prickelndes Gefühl auf der Kopfhaut, dem Nacken oder andernorts bekommen. Auf YouTube gibt es eine riesige Szene, die solche Geräusche bewusst produzieren, um eine größtmögliche Wirkung bei dafür empfänglichen Personen zu erzeugen. Besonders häufig kommt dabei ein spezielles Flüstern zum Einsatz, das auch Nadja Buttendorf in ihrem Video zitiert: Es betont den Anschlag der Zunge am Gaumen auf sehr eindringliche Weise. ASMR-Videos sind zwar nicht explizit pornografisch, weisen aber durchaus Ähnlichkeiten zu einer sexuell-körperlichen Erfahrung auf. Gesteigert wird die sexuelle Konnotation bei Buttendorf durch die „Soft Nails“, weiche blaue Gelnägel, die gefühlvoll-erotisch über die präsentierten Computerbestandteile fahren, man muss sagen: streichen. Wenn Frauen lediglich etwas präsentieren – anstatt es zu bedienen –, kann noch nicht von Emanzipation die Rede sein, das wird hier ganz deutlich. 

Losing Control

Soft sind auch die Autos von Franca Franz, die gerade in Leipzig in einer leerstehenden Villa in der Käthe-Kollwitz-Straße 46 in der Ausstellung „Embezzled Duvet“ zu sehen sind. Nun könnte man meinen, die aus Filz hergestellten Mobile seien wie Spielzeug oder – noch schlimmer, weil in der Kunst nicht gern gesehen – wie Bastelei. Dem kann man aber entschieden mit einem „keinesfalls“ entgegnen. Da es sich um Unfall-Autos handelt, die nicht an kleinen Schrammen, sondern ganz sicher an Totalschäden leiden, wird die Arbeit gerade durch das Material so perfide.

Franca Franz: Losing Control, 2019.

Das Niedliche trifft den Albtraum – oder die harte Realität. Aber auch darüber hinaus erweist sich Filz als interessantes und vor allem geeignetes künstlerisches Material: Figuren können detailreich ausgestaltet und durch Abstraktionen interessant gebrochen werden. All das beweist Franz in ihrer Installation eines (im Übrigen an die Eingangsszene von „Final Destination 2“ erinnernden) Unfallortes. Die Autos sind ins Schleudern geraten und haben eine Kettenreaktion ausgelöst, die nicht mehr umkehrbar ist. Die Arbeit heißt “Losing control” und ist ganz neu aus diesem Jahr.

Point of no Return

Ein wenig nach Kontrollverlust mutet auch die neue Sonderausstellung im Museum der bildenden Künste in Leipzig an. „Point of No Return“ ist ebenfalls eine „Jubiläumsausstellung“ – eine Reflexion der Wende und des Umbruchs der ostdeutschen Kunst nach „1989“. Kuratiert von Direktor Alfred Weidinger, Paul Kaiser (der jüngst im Kontext des „Bilderstreits“ im Dresdner Albertinum und seiner scharfen Kritik an der damals neuen Direktorin Hilke Wagner in den Medien war) und Christoph Tannert, der gefühlt jede Ausstellung zum Großthema Kunst in der DDR kuratiert, zuletzt u.a. – und man kommt nicht umhin, die Ausstellungen miteinander zu vergleichen – „Gegenstimmen“ im Martin-Gropius-Bau in Berlin. In beiden Ausstellung ging und geht es um die künstlerische Wertschätzung ostdeutscher Kunst – ohne das (manchmal entschuldigend oder rechtfertigend anmutende) Label „DDR“ zu bedienen.

Man sieht nun auch in Leipzig sehr viele Kunstwerke (300) von vielen Künstlerinnen und Künstlern (106), hier nun aber Verfechter wie Dissidenten – aus den 1970er Jahren bis heute. Eine Chronologie gibt es nicht, sondern abstrakte Themenräume mit Titeln wie „Wendeschleife“ oder „Risse im Gehäuse“. Ziel der Ausstellung ist es, Labels zu vermeiden und somit die Vielfalt ostdeutscher Kunst sichtbar zu machen: Ersteres gelingt hervorragend, zweiteres leider nicht. Gerade wegen des großen Durcheinanders bleibt am Ende doch der Eindruck zurück, dass die 1970er und 1980er Jahre in Ostdeutschland erstaunlich homogen waren (düster und expressiv).

Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel, und so gibt es auch einige überraschende und überzeugende Entdeckungen zu machen. Zum Beispiel Wasja Götzes „Die reizende Mauer“ von 1988. Die Mauer durfte eigentlich nicht gezeigt werden, daher ist das Bild höchst dissident. Allerdings – und das macht es so außerordentlich interessant – und zugänglich! –, nicht in der sonst üblichen „Schwarzmalerei“, nein, die Mauer ist in einem fröhlichen Rosa gehalten. Heute würde man sagen: ein empowerndes „Millennial Pink“. ✢

Wasja Götze: Die reizende Mauer, 1988.

 

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