out now: POP 14

Die neue Ausgabe von „POP. Kultur und Kritik“ ist erschienen. Birgit Richard schreibt über die neue Tamagotchi-App und vergleicht sie mit dem Spielzeug aus den 1990er Jahren. Diana Weis beschäftigt sich in der Modekolumne mit jüngeren Skandalkollektionen, die mit Drogenkonsum kokettieren: Handelt es sich dabei um eine zynische Glamourisierung der US-amerikanischen „Opioid Crisis“? Miriam Zeh beschreibt den Drang ihrer Generation zu demonstrieren – #FridaysForFurture machen die Relevanz ihres Textes, der vor dem Beginn der Klimastreiks entstand, besonders deutlich. Bernhard Pörksen beschäftigt sich mit Lügen in Zeiten von Print und Internet, sein Buch zum Thema („Die große Gereiztheit“) erschien Ende letzten Jahres im Hanser-Verlag. Wir haben außerdem das Kapitel „Surface Noise“ aus dem erfolgreichen Buch „The New Analog“ von Damon Krukowski übersetzen lassen, in dem er sich mit dem Verlust von Hintergrund- und Störgeräuschen beim Telefonieren mit dem Smartphone auseinandersetzt.Dadurch gehe gleichermaßen der „Naheffekt“ verloren, die spürbare Anwesenheit des Gegenüber am anderen Ende der Leitung, besonders wenn auch mal nicht gesprochen wird. Zuletzt sei noch der Essay „‚Populismus‘ und ‚Populäre Kultur'“ hervorgehoben. Darin entwickelt Thomas Hecken erhellende Merkmale des Populismus und zeigt, wie dessen Bestimmungen immer auch mit einer negativen Bewertung einhergingen. Besonders interessant ist, dass in Europa und den USA aber neuerdings Bestrebungen zu beobachten sind, den ‚Populismus‘-Begriff positiv umzudeuten.

Ich selbst habe über Screenshots geschrieben und sie versuchsweise in die Tradition der Dokumentarfotografie eingeordnet. Screenshots haben sich als Knipserfotografien des Internets durchgesetzt: Wer dokumentiert sein Leben im Netz nicht mit unzähligen Bildschirmfotos? Mich interessiert dabei vor allem die Frage: Was sagt uns diese Bildpraxis über das Leben, das Dasein, den Alltag im Netz? Ich beklage ein wenig, dass noch so wenig über Screenshots geschrieben wurde. Das kann ich jetzt aber zurücknehmen: Inzwischen ist das Buch „The Poetics of Digital Media“ von Paul Frosh mit einem hervorragenden Kapitel über Screenshots erschienen, das in die gleiche Richtung geht wie auch meine Kolumne. In Vorbereitung zur Veröffentlichung ist zudem der Aufsatz „Können Screenshots zerknittern? Zur Materialität historischer Bildschirmaufnahmen” von Margarete Pratschke.

Außerdem habe ich mich zusammen mit Wolfgang Ullrich mit sogenannten „Home Art Object“ beschäftigt. Home-Art-Objekts sind zum Beispiel Teelöffel von Ai Weiwei, eine Luftmatratze von Cindy Sherman, Teller von Rosemarie Trockel, Schals von Mauizio Cattelan oder Zugluftstopper von David Shrigley. Wir fragen uns: Wie kam es zu dieser erweiterten Produktwelt und welchen Status haben die Objekte: Sind sie mehr als bloßes Merchandising? (Spoiler: Ja.)

Das komplette Inhaltsverzeichnis kann hier eingesehen werden.

Zum neuen Heft geht es hier entlang.

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